Ein Interview mit dem legendären Produzenten Jerry Bruckheimer, durchgefĂĽhrt im Editing-Raum fĂĽr die urkomische neue Hit-Komödie “Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin“. Jerry Bruckheimer verrät uns so einiges ĂĽber die Darsteller
, Kostüme, den Handlungsverlauf und das Thema des Touchstome-Films, in dem Isla Fisher die charmante, aber recht verantwortungslose junge Frau Becky Bloomwood verkörpert, die ihrem Shopping-Drang einfach nicht widerstehen kann. Es ist höchst ironisch, dass diese zwanghafte Shopperin ausgerechnet einen Job bei einem Finanzmagazin bekommt. Dessen Chefredakteur Luke Brandon (Hugh Dancy) ist – anders als seine neue Reporterin – ein Workaholic, der nicht das geringste Interesse am Shoppen hat. Es klingt, als seien sie polare Gegensätze, doch im Laufe der Ereignisse erkennen sie, dass sie mehr gemeinsam haben, als es auf den ersten Blick aussieht. Der Regisseur des Films, der auf den beliebten Romanen von Sophie Kinsella basiert, war P.J. Hogan.
JERRY BRUCKHEIMER: SHOPAHOLIC – DIE SCHNÄPPCHENJÄGERIN
„Rebecca Bloomwood stößt ständig auf Dinge, die sie kaufen will“, erklärt Jerry Bruckheimer, der Produzent von SHOPAHOLIC – DIE SCHNÄPPCHENJÄGERIN. „Sie trägt liebend gern fantastische Outfits, und jedes Mal, wenn sie an etwas vorbeikommt, das ihr gefällt, muss sie einen Weg finden, es zu kaufen. Leider ist sie total verschuldet und steckt in katastrophalen finanziellen Schwierigkeiten.“ P.J. Hogan (MURIELS HOCHZEIT und DIE HOCHZEIT MEINES BESTEN FREUNDES) führte Regie bei der neuen Komödie, für die er sich die heiß geliebten Bücher von Sophie Kinsella zur Vorlage nahm – internationale Bestseller, von denen weltweit über 10 Millionen Exemplare verkauft wurden.
„Ihre Geschichten“, meint Bruckheimer, „sind wirklich fesselnd und liefern den Kern für diese komische, froh stimmende und köstlich witzige Komödie.“ Er hat die Bücher gern gelesen und betont, dass Kinsella selbst begeistert von dem Film sei: „Sie hat die ganze Zeit mit uns zusammengearbeitet, steht also 100-prozentig hinter dem Film.“ „Der Film ist von Anfang bis Ende ein wahres Vergnügen“, sagt Kinsella. „Er ist amüsant, hektisch, bunt und fröhlich. Er enthält viel Shopping, er spielt in New York – er ist einfach ein Leckerbissen.“
Die Geschichte dreht sich um die unverbesserliche Rebecca Bloomwood: Sie ist attraktiv, warmherzig und temperamentvoll, aber wenn es ans Shoppen geht, verliert sie jegliche Kontrolle. Doch ihre finanziellen Schwierigkeiten halten sie nicht davon ab, selbst in exklusiven Geschäften wie Barneys New York, Henri Bendel und Prada ihre Kreditkarte zu benützen. Wenn die Rechungen eintreffen, will sie es einfach nicht glauben – was einen Teil ihres Charmes ausmacht und der Grund ist, warum wir Rebecca auch so sympathisch finden.
Die Ironie der Sache ist, dass diese verschwenderische junge Frau ausgerechnet Finanzjournalistin wird und ihren Lesern finanzielle Ratschläge geben muss. „Sie schreibt eine Kolumne, in der sie Leuten erklärt, wie sie ihre Finanzen in Ordnung bringen sollen“, berichtet Bruckheimer, „wobei sie natürlich ihre eigenen katastrophalen Finanzen verheimlicht. Ihre Ratschläge stehen im absoluten Gegensatz zu ihrem eigenen Leben.“ Hugh Dancy (KING ARTHUR und DER JANE AUSTEN CLUB) verkörpert ihren ehrgeizigen Boss. Er bildet den perfekten Kontrast zu Beckys leichtsinnigem und recht chaotischem Charme.
Die Chemie zwischen den beiden Hauptcharakteren ist unverkennbar. „Isla ist eine wundervolle, extrem fähige Schauspielerin und Komödiantin. Wir haben das Gefühl, dass sie der nächste großes Superstar sein könnte, sie ist für mich eine moderne Lucille Ball,“ meint Jerry Bruckheimer, der in seinen früheren Filmen bemerkenswerte Erfolge bei Rollenbesetzungen mit jungen Schauspielern (u.a. Keira Knightley, Tom Cruise, Clive Owen und Orlando Bloom) gehabt hat.
Nachdem er Hugh Dancy in den Filmen BLACK HAWK DOWN und KING ARTHUR eingesetzt hatte, war Bruckheimer überzeugt, er wäre gerade richtig als Finanzredakteur Luke Brandon, der sich trotz (oder vielleicht gerade wegen? Beckys fehlerhafter Persönlichkeit in sie verliebt. „ Man braucht ein Gegengewicht zu Isla“, erklärt er, „denn sie interpretiert den Charakter von Becky verrückt und außergewöhnlich. Dagegen ist also ein gradliniger, nüchterner Mann nötig. Es würde keinen Sinn machen, wenn beide verrückt wären. Und Hugh spielt ganz wunderbar gegen Isla an.“
Zu den zahlreichen Blockbuster-Filmen des Produzenten gehören: FLUCH DER KARIBIK (alle drei Piratenfilme), DAS VERMÄCHTNIS DER TEMPELRITTER, ARMAGEDDON, FLASHDANCE, TOP GUN und TAGE DES DONNERS. „Es ist gar nicht so schwer, einen künftigen Star zu erkennen“, meint er mit einem Achselzucken. „Wenn man so viele Schauspieler sieht, die hereinkommen und einem etwas vorlesen, dann stechen die wirklich großartigen nun mal hervor. Es dreht sich ganz darum, wie sie das Manuskript interpretieren und wie sie es einem präsentieren.“
Visuell ist der Film wirklich fantastisch, was zu einem nicht geringen Teil dem Flair und Einfallsreichtum der preisgekrönten Kostümdesignerin Patricia Field zu verdanken ist. Field war die kreative Kraft hinter den Kostümen von SEX AND THE CITY (dem Kinofilm und den Episoden der Fernsehserie) sowie von DER TEUFEL TRÄGT PRADA. Ihr unnachahmlicher Stil sowie ihr Sinn für Farbe und Spaß durchdringt den Film SHOPAHOLIC – DIE SCHNÄPPCHENJÄGERIN. Rebeccas Garderobe ist eine bunte Mischung aus Designer-Outfits, knalligen japanischen „Harajuku“-Kleidungsstücken und skurrilen Vintage-Teilen – alle zusammengestellt von Field, die in der Vergangenheit mit solch namhaften Designern wie Todd Oldham, Pucci, Gucci, Versace, Prada und Dolce & Gabbana zusammengearbeitet hat. „Rebecca Bloomwood ist so modebesessen und topaktuell, dass wir jemanden mit Fantasie brauchten, um ihren Look umzusetzen“, erklärt Bruckheimer. „Patricia Field ist einfach fantastisch. Sie gibt dem Film einen ganz einmaligen Look, sie hat eben einen unverkennbaren Stil“, lacht er.
Alle Charaktere im Shopaholic-Film haben Fehler, sind aber gleichzeitig komisch und liebenswert. Man kann sich leicht mit ihnen identifizieren. Und das Thema an sich ist natürlich faszinierend. „Mir gefällt das Konzept dieses Films“, sagt Jerry Bruckheimer. „Wir alle besitzen Kreditkarten und kaufen manchmal Sachen, die wir uns eigentlich nicht leisten können.“ Bruckheimer beteuert jedoch, dass er persönlich nie ein Verschwender gewesen sei. „Ich würde sagen, ich bemühe mich immer vorsichtig zu sein.“ Doch er bekennt sich zu einem Faible für schöne Armbanduhren und Kugelschreiber. „Ich weiß gar nicht so richtig, wie viele ich eigentlich habe“, grinst er.
Natürlich kommt der Film ausgerechnet zur Zeit der internationalen Kreditklemme in die Kinos, was sein Thema noch fesselnder und relevanter macht. In einer Szene des Films geht Rebecca zu einem Treffen der Selbsthilfegruppe „Anonyme Shopaholics“, bei dem jeder reihum sein persönliches Suchtverhalten bekennt. Können wir also aus Rebeccas Verschwendungssucht etwas lernen? Hat der so unterhaltsame und übermütige Film auch eine Moral? „Ich denke schon“, sagt Bruckheimer. „Es ist sehr interessant, dass dieses Buch vor vier oder fünf Jahren geschrieben wurde – und seht nur, was wie jetzt durchleben: die Krise. Der Film ist so zeitgemäß, weil Rebecca in ihm einen Lernprozess durchmacht und die Quittung für ihr Verhalten bekommt.“ Wenn der Produzent auch betont, dass sein Team keine „botschaftstragenden Filme, [sondern] unterhaltsame Filme“ mache, gibt er doch zu, dass Rebecca ihre Probleme auf eine Weise löst, die eine sehr positive Botschaft übermittelt: „Ich finde es toll, dass dieser Film junge Frauen anspricht. Man verlässt das Kino in guter Stimmung. Das versuchen wir zu erreichen: dem Publikum ein paar schöne Stunden zu machen. Es ist eine wundervolle romantische Komödie für alle. Frauen werden den Film natürlich lieben, aber es ist auch ein Film, in den Paare beim Date gehen können, denn er wird auch Männern gefallen. Alle werden viel Spaß haben, wenn sie sich den Film ansehen.“




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